АИГЕЛ SKAZKA ORCHESTRA ГРЕЧКА
OLEG NAVALNY MUSTELIDE БОРЩ CREW LASHA CHAPEL
MARAT GUELMAN OLGA ROMANOVA RAIMAR STANGE JOULIA STRAUSS DARIA ZHUK ASKOLD KUROV
ALEXANDER DELFINOV HAMDAM ZAKIROV DINARA RASULEVA DMITRI VACHEDIN GRIGORII AROSEV GESINE DORNBLÜTH PETER FRANK
ILYA RASPISNOY BER BERLIN GUVIBOSCH MISHKEEN BLOND 007 ELENA STEIN BARBARA BERNSMAIER ANKE GIESEN STEFAN MELLE MERLE HILBK REBECCA PODLECH IRYNA RAMANOVA LERA LERNER

17-18.05.2019
KULTURFABRIK MOABIT
Rückblick und Impressionen 2019
Das Red Square 2019 hat unsere Erwartungen übertroffen und wurde im wahrsten Sinne des Wortes zum Platz der Begegnung von alten Bekannten, Freunden, weltoffenen Berlinern und Osteuropainteressierten. Wir haben nachgezählt: wir durften auf dem diesjährigen Festival über 700 Gäste, Osteuropa-Interessierte und Freiwillige plus 70 Kunstschaffende, Musikerinnen und Musiker, Filmemacherinnen und Filmemacher, Expertinnen und Experten aus St. Petersburg, Moskau, New-York, Vilnius, Kiew, Minsk, Brest, Nürnberg, Düsseldorf und Stuttgart begrüßen. Unser Rückblick zum Red Square Festival 2019
Line-up
ГРЕЧКА, (St.Petersburg)
AIGEL (Tatarstan)
SKAZKA ORCHESTRA
Mustelide (Minsk)
Борщ-Crew: Coodiny, Pavlic, MF-Dino, Ber Berlin, Gipnoz
Lasha Chapel (Tbilisi-Berlin)
Guvibosсh
Dinara Rasuleva
Dj Mishkeen
DjIvan Le Mutant aka Vaha
Dj Blond 007
Panels
Aktionskunst und Aktivismus in Russland und Deutschland
Marat Guelman, Galerist und Kurator, artriot.art (Montenegro)
Raimar Stange, Kurator und Buchautor 'Haltung als Handlung - das Zentrum für politische Schönheit' (Berlin)
Moderation: Joulia Strauss, Aktivistin und Künstlerin (Athen/Berlin)
Russische Gefängnisse. Oleg Navalny und Olga Romanova im Gespräch
Lesungen aus "3 ½ Jahre" und "Russland im Knast"
Moderation: Gesine Dornblüth , freie Journalistin, Texte und Töne
Wie geht's weiter mit der europäischen Ostpolitik?
Podium
Adam Reichardt, Zeitschrift New Eastern Europe
Maria Sannikova-Franck, Zentrum Liberale Moderne
Irina Knyazeva, Deutscher Bundestag
Moderation: Stefan Melle, Deutsch-Russischer Austausch e.V.
Mapping Memories
Workshop und Diskussion über 30 Jahre europäische Erinnerung(skultur) und Einführung in die Ausstellung „Different Wars" mit
Barbara Anna Bernsmeier, Anna Sevortian, Kristina Smolijaninovaitė (EU-Russia Civil Society Forum, Berlin)
Politische Gefangene in Russland und auf der Krim
Filmvorführung "Russischer Staat gegen Oleg Sentsov" und Gespräch mit dem Regisseur Askold Kurov (Moskau) und Peter Franck, Amnesty International (Berlin)
Ambivalente Erinnerung
Diskussion über Gedenken an die Opfer der stalinistischen Repressionen in Belarus, Russland und Ostdeutschland

Mario Bandi, Radiojournalist (Berlin/Perm)
Enrico Heitzer, Kurator der Ausstellung zum sowjetischen Speziallager Sachsenhausen
Iryna Ramanova, Historikerin, Europäische Humanitäre Universität, Vilnius
Moderation: Anke Giesen, Historikerin, Memorial Deutschland e.V.
Contemporary Eastern European Cinema in 21st Century
Daria Zhuk (Minsk/New-York)
Askold Kurov (Moscow)
Valentyna Zalevska (Lviv/Berlin)
Moderation: Rebecca Podlech, Kuratorin (Berlin)
LEBEN. Lesung aus dem Buch von Oleg Sentsov
In »Leben« erzählt Oleg Senzow von seiner Kindheit und Jugend. Die acht autobiografischen Geschichten zeigen, »wie er zu dem furchtlosen Menschen wurde, der er heute ist«.

Lesungen von Olga Radetzkaja und Jennie Seitz
Neue Sensibilität als Transformationsmodus zeitgenössischer Kunst in Russland und Belarus
Bazinato, audiovisueller Künstler (Minsk)
Maria Dmitrieva, Künstlerin und Kuratorin, n i i c h e g o d e l a t (St.Petersburg)
Andrea Bellu, Künstlerin (Berlin)
Moderation: Ira Konyukhova, Künstlerin, Transitory White (Berlin)
Performances
„Das ist es, was mit mir geschieht"
Deutschrussisches Dokutheaterstück
Merle Hilbk (Berlin)
Sechs Gründe Berlin zu hassen
Lesungen junger russischsprachiger Autoren. Kuratiert von Dmitri Vachedin
Poetry Clash
Hamdam Zakirov (Helsinki) & Alexander Delfinov (Berlin)
Kino
Mustafa
Ein filmisches Porträt eines aufrechten Kämpfer für die Rechte der Krimtatar*innen, Mustafa Dzhemilevs. Zum 75. Jahrestag der Vertreibung der Krimtatar*innen von der Krim.
Der Prozess. Der Staat Russland gegen Oleg Sentsov
Russland 2017
Queeres Leben – Postsowjetisch. Kurzfilmprogramm
Aljonа (15 min, Deutschland, Russland 2017)
The Wonderful Years (9 min, Ukraine 2018)
Voices (29 min, Russland, Deutschland 2017)
Im Anschluss Filmgespräch mit Ekaterina Sumina (Quarteera e.V.)
Russland als Traum
Was passiert, wenn Wortkünstler*innen aus aller Welt in eine Stadt in Sibirien kommen? (Russland 2016)
ХРУСТАЛЬ / CRYSTAL SWAN
Open Air Film (Belarus 2018)
Open Air
TRAP. Tattoo from Russian Prison von Oleg Navalny & Ilya Raspisnoy (Moscow), Open Air Film "Chrustal, Präsentationen gemeinnütziger Initiativen aus Osteuropa, offenes Mikrofon, Designer Markt, Familienprogramm.
Workshops
Participatory clothing design workshop (Lera Lerner, St.Petersburg)
Kinderprogramm von Family+
Buchstaben-Werkstatt von Butterbrot
Baum, Pferd, Ente (Bastelwerkstatt von Zuckerwattenkrawatten)
Haus auf der Hand (Lera Lerner, St.Petersburg)
Ausstellung: Die Letzte Adresse
Videoausstellung des internationalen Projekts zum Gedenken an die Opfer der politischen Repressionen des Sowjetregimes von 1917 bis 1991 auf dem Gebiet der UdSSR und in deren Einflusszone.Das Projekt existiert bereits in Russland, der Ukraine, Tschechien und Georgien. Zurzeit wird es von MEMORIAL Deutschland e.V. in Deutschland vorbereitet.Seit Projektbeginn 2013 wurden schon 911 Namenstafeln an den "letzten Adressen" von Repressionsopfern angebracht - d.h. an Wohnhäusern in mehr als fünfzig Städten und Ortschaften in den oben genannten Ländern. Einzelheiten zum Projekt.

Presse über Die Letzte Adresse: Die Zeit, SWR
Russische und Berliner Küche
Pelmeni-Point | George Nurmanov (Warschau)
Grill & Buchweizen-Wok | Roman Ekimov und Russisches Berlin
Das Red Square Festival wurde erneut Plattform für Dialog, Kooperation und Austausch. In der Kulturfabrik Moabit organisierten Berliner Partner Workshops, Filmvorführungen, Konzerte, Ausstellungen und Diskussionen. Memorial Deutschland zeigte die Moskauer Ausstellung „Die Letzte Adresse" und diskutierte gemeinsam mit der Deutsch-Belarussischen Gesellschaft über Erinnerungkultur in Bezug auf stalinistische Repressionen in Russland, Belarus und Ostdeutschland. Der Deutsch-Russische Austausch debattierte über Wege und Zukunft der deutschen und europäischen Ostpolitik. Anna Sevortian, Kristina Smolonianovaite und Barbara Bernsmaier vom Zivilgesellschaftsforum EU-Russland veranstalteten den Workshop Mapping Memories über die Wahrnehmung der friedlichen Revolution 1989, der Perestroika und der Zeit nach dem Zerfall des Ostblocks. Barbara Bernsmaier präsentierte zudem den Dokumentarfilm „I love you, I hate you, eat the soup" über das Leben in der russischen Provinz, gedreht während der Fußball Weltmeisterschaft 2018 in Kooperation mit Z/KU. Zusammen mit der Petersburger Künstlerin Lera Lerner verhalf CISR den Besuchern des Festivals innerhalb eines Participatory Clothing Design Workshop zu originellen Outfits und erinnerte uns mit dem Workshop „Haus auf der Hand" an unsere Wurzeln und Heimat. Die Künstlerin Ira Konyukhova von Transitory White begeisterte mit einer Diskussion über neue Sensibilität in der post-sowjetischen Kunst. Das Kunstkollektiv Butterbrot, bestehend aus Sascha Goloborodko und Alexandra Jurieva Jevane organisierte eine Buchstabenwerkstatt und verwandelte das Fabriktheater in einen multilingualen Raum. Zuckerwattenkrawatten und Family + zauberten aus der Wiese einen kleinen Spielplatz für Klein und Groß.

Rebecca Podlech führte durch das zweitägige Kinoprogramm mit Filmen über Oleg Sentsov, über Mustafa Dzhemilev und die Krimtataren, über das queere Leben in der Sowjetunion, Russland und Ukraine. Ilia Raspisnoi zierte 13 Gäste mit russischen Gefängnis-Tattoos. Olga Romanova und Oleg Navalny stellten ihre Bücher über Leben und Überleben im Knast vor. Marat Gelman, Raimar Stange und Joulia Strauss diskutierten über Aktionismus in Deutschland und Russland. Das Rap-Kollektiv Borschtsch verwandelte das Slaughterhouse in eine Battle-Rap-Zone. Alexander Delfinov lud den russischsprachigen Poeten und DJ Khamdam Zakirov ein und organisierte eine schrille Show im Fabriktheater. Untermalt wurde das Red Square von einem vielfältigen Musikprogramm von Mustelide aus Minsk, den Djs Blond 007 und Ivan la Mutant, Guvibosh, Lasha Chapel, einem akustischen Konzert der Petersburger Sängerin Grechka und den unübertroffenen Meistern der Trompete und des Akkordeons – Skazka Orchestra. Der Club Panda aus Prenzlauer Berg lud die tatarische Band AIGEL ein und markierte mit dem Auftritt von Karl Khlamkin & DZO auf der Afterparty am Sonntag den Abschluss eines ereignisreichen Festivals.

Wir waren begeistert von den spannenden und offenen Gesprächen auf den Workshops und Panels, Lesungen und Live-Acts mit Gänsehautgarantie und spontanen Interventionen. Es hat uns einen Riesenspaß gemacht, mit Euch über Kunst, Menschenrechte und Politik in Russland und Europa zu diskutieren und die zeitgenössische Kultur Osteuropas zu feiern.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Olga Dryndova, Anke Giesen, Rebecca Podlech ,Nikolai Ivanov, Stefan Melle, Anna Sevortian, Kristina Smoljaninovaite, Barbara Anna Bernsmaier, Elena Stein, Sascha Goloborodko und Alexandra Jurieva-Jevane, Oxanna Zenner, Lina Khesina, Thomas Martin und dem gesamten Team der Kulturfabrik, des Fabriktheaters, Slaughter House, dem Filmrauschpalast und unseren Partnern für die großartige Zusammenarbeit!

Ein gesondertes Dankeschön geht an unsere großartigen Freiwilligen und an jene, ohne die die Realisierung des Festivals nicht möglich gewesen wäre. Die Zusammenarbeit hat uns viel Spaß bereitet. Wir freuen uns auf euch und auf neue Partner für das Red Square Festival 2020.
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